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Hinweise für Einsatzkräfte

Kinder trauern anders

Die Betreuung von betroffenen Kindern in Krisen- und Trauersituationen ist eine große Herausforderung für alle Einsatzkräfte. Doch selbst Profis sind angesichts weinender           oder gar schreiender Kinder sehr schnell überfordert und es entsteht ein Gefühl von Hilflosigkeit.

Um Kinder auch hilfreich begleiten bzw. betreuen zu können, bedarf es eines hohen Maßes an Einfühlungsvermögen - aber auch großem Verständnis für die Trauerreaktionen von Kindern, die häufig von denen der Erwachsenen abweichen.

Wie auch bei einem erlebten Trauma ist für Kinder folgendes ganz wichtig:

Beruhigung  -  Sicherheit  -  Kontrollierbarkeit  -  Distanzierung (Rückkehr zur

                                                                                                               ”Normalität”)


Betroffene Kinder haben ...

... meist sehr große Angst (vor allem um die noch lebenden Angehörigen, aber auch Angst, ihnen selbst könnte etwas passieren).

... häufig große Wut (z.B. auf das Ereignis an sich, auf Gott, auf den Verstorbenen).

... ausgeprägte Schuldgefühle (Kinder meinen häufig, dass sie selbst in irgendeiner Weise an dem Ereignis Schuld sind).

Meistens sind die Kinder jedoch nicht in der Lage, diese Gefühle und Gedanken auszu- sprechen oder aber sie schämen sich dafür, so zu empfinden. “Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll” - ist eine häufige Äußerung von Kindern.


Kinder brauchen altersgerechte und ausführliche Informationen

Kinder sollten Abschied nehmen dürfen

Sie brauchen Verständnis für die individuellen Bedürfnisse und Reaktionen

Kinder brauchen Anregungen für (Trauer)Rituale

Sie brauchen einen Ansprechpartner, der Zeit hat

Kinder brauchen Spiel, Bewegung und Ablenkung


Informationen für Einsatzkräfte über die Betreuung von Kindern in Krisen- und Trauersituationen

K I N D E R

    u KONTAKT HERSTELLEN, BEZIEHUNG AUFBAUEN: Immer auf die Ebene des Kindes begeben (Augenhöhe) und aus der Situation heraus beginnen. Kuscheltier schenken oder eigenes holen lassen.

 

    u INFORMATIONEN GEBEN: Vorhandenes Wissen erfragen, falsches Wissen korrigieren, fehlende Informationen kindgerecht vermitteln. Das Kind mit eigenen Worten erzählen lassen, was es erlebt hat.

 

    u NACH EMOTIONEN FRAGEN: Dem Kind Worte für das geben, was es empfindet bzw. empfinden könnte. Worte für das, was es nicht aussprechen kann (mangels Wortschatz) oder nicht zuordnen kann (Gefühls-Chaos).

 

    u DORT BETREUEN, WO SICH DAS KIND SICHER FÜHLT. Sofern möglich, zumindest zeitweise das Kind im eigenen Zimmer betreuen. An Unfallstellen oder im öffentlichen Bereich: Abschirmen von störenden Reizen, Schützen vor “Gaffern” und belastenden Eindrücken (visuell/akustisch).

 

    u ERMÖGLICHEN VON AKTIVITÄT: Kindgerechte Beschäftigung und Bewegung ermöglichen bzw. dazu ermuntern. Das Kind einbeziehen und Entscheidungsmöglichkeiten anbieten. Das Kind zu passenden Aufgaben (z.B. Trösten!) anregen.

 

    u RÜCKHALT GEBEN, STRUKTUREN SCHAFFEN: Ruhe, Sicherheit und Stabilität vermitteln. Familiäre Strukturen wieder aufbauen, Ressourcen heranziehen.

    copyright by Oliver Junker / www.kindertrauer.info

 


Für Einsatzkräfte aus dem Notarzt-/Rettungsdienst, der Krisenintervention, der Notfallbetreuung / Notfallseelsorge, aus Hospiz und Trauerbegleitung biete ich Seminare zum Thema Trauer bei Kindern bzw. Aktubetreuung von Kindern an. Details hierzu siehe unter “Vorträge/Seminare”.

Speziell für die Akutsituation gibt es mein Buch “Und plötzlich ist alles anders”

siehe hierzu die Hinweise unter “Literatur”


Weitere Literaturhinweise für Einsatzkräfte

 

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